Freitag, 9. März 2018

Das Badische Staatstheater verliert Stammbesucher

Die ernüchternden Ergebnisse der Besucherumfrage liegen vor
Die Intendanz von Peter Spuhler neigt sich dem Ende zu. Länger als 10 Jahre sollte kein Intendant im Amt bleiben, dann (also ab 2021) ist wieder frischer Wind erforderlich, allem Anfang liegt ein Zauber inne, neue Impulse machen Theater spannend, alles andere ist Stagnation und Gnadenbrot. Auch die Unzufriedenheit innerhalb des Badischen Staatstheater mit dem Intendanten scheint weiterhin hoch, man hört von einem Führungsstil von oben herab und intransparenten Entscheidungsfindungen. Der Bericht zur Mediation, die nach der Krise zwischen Intendant und dem protestierenden Personal eingeleitet wurde, soll weiterhin unter Verschluß sein. Die Intendanz von Peter Spuhler scheint nach dessen Abgang in verschiedener Hinsicht dringend eine Aufarbeitung zu benötigen.
Zeit für eine weitere Bilanz. Das Badische Staatstheater hat über fünf Jahre (2011, 2012, 2014 und 2016, jeweils im Juni/Juli und 2011 auch im Herbst) die Entwicklung seines Publikums untersucht. In den fünf Erhebungen haben ca. 5.400 Besucher Fragebögen ausgefüllt zurückgegeben (2011/12 hat man ca. 2500 Besucher befragt, 2014 und 2015 je ca. 1.450). Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kultur- und Medienmanagement der FU Berlin hat versucht, das Ergebnis zu interpretieren. Die Studie wertet allerdings lediglich die Umfragebögen aus, ein Abgleich mit den Erkenntnissen aus dem tatsächlichen Kartenverkauf findet nicht statt. Die gezogenen Schlußfolgerungen scheinen nicht durchgängig valide und die Interpretation nur mit großer Vorsicht zu genießen. Die vorgestellte Studie ist ernüchternd für den Intendanten, als Handlungsbedarf kann man die Forderung eines Richtungswechsels erkennen. Ein Blick auf die Ergebnisse und ihre Aussagekraft:
  • "Das Publikum hat sich bis 2016 verjüngt."
    Diese Aussage trifft man aufgrund der ausgefüllten Fragebögen. Ob man wirklich mehr junges Publikum hat, hätte man bspw. ergänzend über gewährte Ermäßigungen für Schüler und Studenten im Kartenverkauf langfristig verfolgen können, auch für welche Sparte die Karten gelten und was dieses Publikum tatsächlich besucht. Dieser Abgleich fand nicht statt. Weiterhin stellt sich die Frage: Ist die Umfrage überhaupt repräsentativ? 2014 und 2016 habe ich zwar bemerkt, daß die Fragebögen ausgefüllt wurden, allerdings wurde mir in beiden Jahren bei wiederholten Besuchen zu meiner Verwunderung kein Fragebogen angeboten. Wurde hier evtl. bereits selektiert? Wie es auch sei, als Zahlenquelle ist die Auswertung ohne den Abgleich mit dem größtmöglichen Datenpool -den Verkaufs- und Abo-Zahlen- ohne überzeugende Aussage.
    Durch Kindertheater und der Übernahme der Themen des Deutsch-Abiturs mit konsequenter Verbreitung quasi-verbindlicher Schulklassenbesuche, konnte man das Publikum definitiv  verjüngen und anscheinend auch Zuschauerverluste kompensieren. Die Studie spricht von "gleichbleibenden Besuchszahlen". Die Intensivierung der Kooperation mit Kindergärten und Schulen halten manche für den bisher einzigen Erfolg des Intendanten. Ob ein weiterer Ausbau des Jungen Staatstheaters sinnvoll ist, kann aus der Studie nicht geschlossen werden, dazu benötigt es andere Zahlen. Hier sollte das Ende der Fahnenstange nach sieben Jahren fast erreicht sein. Es gilt, das Niveau zu halten.
       
  • Das Publikum hat sich vielleicht scheinbar verjüngt, denn man kann aus der Analyse auch schließen, daß ein qualitätsbewußtes Publikum einfach nicht mehr so oft ins Staatstheater geht und sein Geld lieber wo anders ausgibt oder altersbedingt überhaupt nicht mehr kommt. "Die Verjüngung ging mit abnehmender Besuchsfrequenz einher: 32,1% hatten das Haus in den 12 Monaten vor der Befragung höchstens dreimal besucht." 2011 waren es noch 25,2%." Besonders in der Oper: "Der Anteil von Befragten, die in den 12 Monaten vor der Befragung mehr als 12 Mal im Badischen Staatstheater waren, ging von 26,1% im Sommer 2011 auf 11,9% im Sommer 2016 zurück". Man hat also viele Stammbesucher verloren. Der ermittelte Grund dafür ist einfach: das Badische Staatstheater hat an Attraktivität verloren, andere Kulturangebote werden inzwischen laut Umfrage öfters genutzt. Mangelnde Qualität, lieblose Programmzusammenstellungen, ausgrenzendes Zielgruppentheater, falsches Personal und spießiges Oberlehrer- und Ideologietheater stehen als Gründe zur Diskussion. Ohne einen Blick auf die tatsächlichen Besucherzahlen (also verkaufte Eintrittskarten bzw. Abos) sind einige Aussagen der Studie nur bedingt interessant, die Umfrageergebnisse müßten dringend mit ihnen in Einklang gebracht werden.  "Gleichbleibende Besuchszahlen" bedeutet also eine Abnahme vom Stamm- und freiwilligen Besuchern, die kompensiert wurde durch Pflichtbesucher aus Kindergärten und Schulen. Hier müßte die Art der verkauften Karten zu Rate gezogen werden.
        
  • Nicht verjüngt hat sich das Konzert-Abo, "bei dem das Abschmelzen von Abobesuchern über 70 nicht durch nun mögliche Freiverkäufe oder neue Abos kompensiert werden kann". Die Umfrage ermittelt von 2011- 2016 einen Rückgang der Besucher in Oper und Konzert. Die tatsächlichen Verkaufszahlen sind nicht berücksichtigt. Die Vermittlung von Oper und Orchestermusik ist also die dringlichste Aufgabe der nächsten Jahre. Wie wäre es mit Filmmusik-Konzerten? Auch andere Städte sollten Erfahrung mit dieser Aufgabe haben. Die Studie empfiehlt allgemein für alle Sparten "künstlerisch hochwertige Adaptationen von Populärkultur – Filmstoffe, Musik oder Literatur".  Eine weitere neue Herausforderung, die der kommende Intendant angehen kann.
        
  • "Der Anteil von Erstbesuchern nahm leicht, aber kontinuierlich zu"
    Eine Aussage ohne Wert. Der Anteil nimmt nur um 1,8% zu? Man kann heute kaum noch eine Eintrittskarte kaufen, ohne daß der Vorverkauf weiß, an wen die Karte ging. Wieviele neue Kundendaten angelegt wurden, sollte man dort wissen. Aus der Umfrage kann man keine  zuverlässigen Schlußfolgerungen ziehen.

  • Verjüngung an sich ist weiterhin kein Wert. Wer im Prüfungsstreß ist, in den Beruf einsteigt, wer eine Familie gründet oder hat, wer Karriere macht, hat weniger freie Zeit. Liquide und gefestigt ist die Altersgruppe 40+, im Fokus der Bemühungen sollten tendenziell diese am stärksten stehen. Kinder und Jugendliche holt man bereits durch das Kinder- und Schülertheater ab. Studenten als heterogene Gruppe sind kaum spezifisch ansprechbar. Dazu die Studie; "Trotz vieler Bemühungen um die Entscheider im Studentenparlament und Kooperationen ist es nicht gelungen, Karlsruhes größte Hochschule, das KIT, als Partner für die Flatrate zu gewinnen. Sie wird vom zuständigen Asta immer wieder mit Hinweis auf die vermeintlich sehr kleine zu erwartende Nutzergruppe abgelehnt." Für Studenten gibt es zu viele andere Möglichkeiten. Die Grenzen der Kooperation sind also quasi erreicht, das Engagement zu intensivieren macht aktuell keinen Sinn. Der Aufwand wäre nicht durch Ergebnisse gerechtfertigt.
     
  • Interesse am Staatstheater haben weiterhin konstant über den Untersuchungszeitraum vor allem Deutsche. Über 90% der Zuschauer sind von Geburt Staatsbürger. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund, die den Fragebogen ausfüllten, also sehr gut Deutsch konnten und sich tatsächlich bei der Verteilung angesprochen fühlten und sich ein Urteil erlaubten, liegt laut Umfrage konstant bei ca. 8%. Der tatsächliche Wert sollte also höher liegen. Woher diese 8% kommen und wer gar nicht kommt, wurde nicht analysiert. 8%+x mit Migrationshintergrund ist weiterhin ein sehr guter Wert. Daß der Wert über den Zeitraum von fünf Jahren nicht wuchs, überrascht kaum und scheint bundesweit ähnlich. Sprechtheater ist quasi nur für Muttersprachler interessant. Oper, Ballett und Konzert sind international und bleiben doch manchen Kulturkreisen hermetisch verschlossen. Wer nach Deutschland kommt, tut das nicht, weil die Bibliotheken, Theater und Museen in Deutschland so toll sind. Da gibt es greifbarere Gründe. Wer sich in eine fremde Gesellschaft einfügen will, hat wichtigere Prioritäten als Schöngeistiges. Integration erfolgt nie in Theatern, Theater ist für kulturell Integrierte. Entsprechend ermittelte die Studie: "Trotz entsprechender zusätzlicher Aktivitäten konnte der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund ...nicht gesteigert werden." Für die Gewinnung von Menschen mit Migrationshintergrund überproportional Energie aufzuwenden, ist also verlorene Zeit, blinde Alibiforderungen nach einer anderen Diversität sind eine Sackgasse, weiterer Aufwand wird nicht durch Ergebnisse gerechtfertigt. In Zeiten knappen Geldes gilt es hingegen mehr denn je, sich auf das Kernpublikum, Kernkompetenzen und Qualität zu konzentrieren und deren Stellenwert zu fördern. Man verliert sonst wahrscheinlich mehr Zuschauer als man durch Zielgruppentheater gewinnt. Gutes Theater ist universal, der Fokus für die zukünftige Zuschauerplanungen muß sich also wieder konsequent an den Anforderungen der kulturellen Mehrheit ausrichten. Extrawürste und Sonderprogramme zementieren das Außenstehende als Außenseiter.
         
  • Man hat umfangreich Analysen zur Zufriedenheit gemacht. Die Ergebnisse geben Hinweise auf den Anspruch des Publikums. Laut der Umfrage sind Anregungen zu politischen Themen und Anliegen nur relativ wenigen Besuchern wichtig. Qualitätsprobleme sind kennzeichnend für die Intendanz von Peter Spuhler. Der Anteil des Publikums, das sich vom Badischen Staatstheater hohe künstlerische Qualität, Kunst/Kultur bzw. künstlerische Impulse und gute Unterhaltung wünscht, ist im Umfragezeitraum gestiegen und auf den Spitzenplätzen der Wunschliste der Zuschauer. Die Schwäche der Intendanz und deren Besserwisser- und Belehrungstheater könnten der Auslöser sein. Teilweise kann man Besserungen erkennen. Auf den Einbruch des Leistungsvermögens ab 2011 folgte eine Erholung. Umfangreiche  Analysen zur Zufriedenheit veralten schnell. Die Entwicklung seit 2016 war qualitativ positiv, Zahlen dazu wurden nicht mehr erfaßt. Das Image, das die Intendanz sich wünschte, gab man im Fragebogen selber vor. Als Adjektive zur Beurteilung standen zur Verfügung: "innovativ", "politisch" und "jung",  "zukunftsorientiert", "erstklassig". Kontrastierend-ergänzende Fragen, wie "altmodisch", "ideologisch" oder "langweilig" Programm und Umsetzung seien, bot man gar nicht erst an. Manche Indikationen sind dennoch möglich, bspw. "Deutlich ging auch die Nutzung des Theatermagazins (2016: 8,5%, 2011: 14,2%) zurück".
          
  • Manche Sätze klingen, als hätte man sie nachträglich eingefügt: "Die Neugründung der Sparte VOLKSTHEATER war die logische Antwort auf die Erkentnisse und Erfordernisse der Besucherbefragung." Dem Verfasser des Satzes sollte man keine Vorwürfe machen, was logisch ist, erschließt sich nicht immer ohne Übung, das entsprechende Verständnis ist nur mit Mühe zu erlangen. Das klingt, als hätte man den Satz (mit Rechtschreibfehler) nicht in der Uni, sondern im Staatstheater als Rechtfertigung verfaßt. Die unbedeutenden Besucherzahlen des Volkstheaters (Größenordnung: ca. 1000 Zuschauer pro Spielzeit rechtfertigen keine eigene Sparte) sprechen eine andere Sprache. Wie sich Aufwand und Kosten zum Nutzen verhalten, wird selbstverständlich nicht thematisiert. Das Volkstheater ist eine künstlich aufgeblähte Sparte und ideologischer Überbau ohne wirkliche Relevanz für das Staatstheater. Ob die Forderung der Studie nach "niedrigschwelligen Vermittlungsformaten", "niedrigschwelligen Kleinformaten"  bzw. nach "niedriger Interaktions-Schwelle" wirklich vom Volkstheater abgedeckt wird, ist mehr als fraglich. Wieso man das dann in manchen Abos versteckte und sein Publikum für dumm verkaufte, steht auf einem anderen Blatt. Hingegen kann man sich überlegen, ob nicht mehr Humor, Comedy und Musical ein attraktiveres Rezept als "Volkstheater" sein könnten. Wenn man einst die problematische Intendanz von Peter Spuhler aufarbeitet, kann dies auch unter dem Aspekt der Humorlosigkeit geschehen. Rasante Komödie hat man bisher nicht im Angebot. Zum Lachen geht man nicht ins Staatstheater, bestenfalls zum Schmunzeln.
       
  • Empfohlen wird Volkstheater auch als Zielgruppentheater, mit dem "unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen" erreicht werden sollen. Also nicht "Theater für alle", sondern Theater für wenige. Es soll "für jede Produktion eine zielgruppengerechte Kommunikationslinie entwickelt" werden, "die neue Bevölkerungsschichten anspricht". Welche "neuen" Bevölkerungsschichten das sein sollen, darüber schweigt man sich selbstverständlich aus. Jedesmal wenn man jemanden anspricht, wendet man sich von jemand anderem ab. Ausgrenzung und Diskriminierung sind die Gefahren dieses Konzepts, das Theater seine universale Qualität nimmt.
          
  • Manche Sätze sind so vag formuliert, daß man in sie projizieren kann, was gerade benötigt wird. "Die Nicht-Besucherumfrage ergab, daß „Noch-Nie-Besucher“ in einem moderneren Programm häufiger einen Anlaß für einen Besuch sehen als in einem traditionellen Programm". Was der Autor oder "Noch-nie-Besucher" unter "modern" und "traditionell" versteht, wird nicht erläutert. Ob Nicht-Besucher überhaupt wissen, was modern und was traditionell ist, wurde anscheinend ebenfalls nicht untersucht. Mit den leeren Worthülsen und Schablonen dieser Studie kommt man nicht weit.
     
  • Forderungen nach Hebung der Aufenthaltsqualität (Sanitäranlagen etc) sollten durch Renovierung und Ausbau abgedeckt werden.
     
  •  "Die Verteilung der Wohnsitze der Befragten hat sich nicht verändert, immer noch kommen zwei Drittel der Besucher aus der Stadt und dem Landkreis Karlsruhe sowie gut 20% aus dem Rest von Baden-Württemberg." Auch hier kann die Aussage nur ergänzend zu den Erkenntnissen aus dem Vorverkauf und Abobüro gelten.
     
  • Über 50% der Fragebögen wurden über die fünf Jahre stets von Zuschauern mit  abgeschlossenem Studium ausgefüllt, Besucher mit Real- oder  Hauptschul-Abschluß haben abgenommen. Weniger als 50% der Zuschauer sind nach dieser Quelle berufstätig, der Anteil der Rentner ist von ca 42% auf ca. 37% zurückgegangen.
     
  • Über 60% der Besucher sind Frauen, weniger als 40% Männer.  Wenn man der Studie glauben schenken wollte, kann man von einer programmatischen Diskriminierung der Männer sprechen. Das Badisches Staatstheater muß sein Programm dringend auf diese Zielgruppe hin attraktiver machen. Im Ballett ist der Frauenanteil laut Umfrage auf fast 75% gestiegen.

Fazit (1): Eine Studie mit begrenzter Aussagekraft. Wenn es Pyrrhus-Intendant Spuhler gelingt, noch mehr Stammpublikum zu verjagen, kann er sich damit brüsten, daß er das Theater statistisch "jünger" und "vielfältiger" gemacht hat. Es gilt zu verhindern, daß die Intendanz ideologisch Geld für ein Wunschpublikum verbrennt, das bisher überhaupt kein Interesse hat und auch zukünftig kaum die Absicht hat, in Konzert, Oper, Ballett oder Schauspiel zu gehen.

PS: Das ist eine erste Analyse einer 111-seitigen Studie. Im Laufe der kommenden Tage können hier obige Analysen noch korrigiert und konkretisiert werden.

Fazit (2): Weniger Ideologie, mehr Wissenschaft. Mehr Kunst, weniger Gesinnung. Beim nächsten Intendanten und bei der nächsten Studie sollte man wieder schärfere Anforderungen an die Praxis stellen.

Kommentare:

  1. Danke für Ihre Mühe die Studie kritisch auseinander zu nehmen. Zu viele Bequeme kommen über die Zusammenfassung nicht hinaus, geschweige denn über die umfangreichen Auswertungen.

    Sie kriegen noch was von mir. Link zum Download am WE. Schauen Sie bitte.

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  2. Ihre Analyse und Interpretation der Studie und des Umfeldes im Bad. Staatstheater spricht mir sehr aus dem Herzen. Denn: In den letzten Monaten ist bei mir als - vorrangiger Klassikfan und Opernbesucher etwas zerbrochen:
    Und zwar die emotionale Bindung an "mein Theater" und damit ging auch die Motivation verloren, die Kapriolen und Zumutungen als Stammbesucher (seit immerhin ca. 35 Jahren!)
    weiter mitzumachen. Im Haus spürt man die schlechte unehrliche Aura, und das auch auch ohne Worte. Insoweit möchte ich auch Herrn Rüdiger Krohn von den BNN ergänzen:
    Genau dies ist im Theateralltag der Grund, warum ich z.B. die Gala von "Simon Boccanegra" nicht besucht habe. Immerhin ist dieses Werk eine Lieblingsoper von mir, und für alle echten Opernkenner ein absoluter rarer Leckerbissen. Dass diese Aufführungen dermaßen schlecht besucht sind, ist symptomatisch für das emotionale Sterben der Karlsruher Oper. Erstmals werde ich als Wagner-Fan auch beide Ringzyklen an Ostern und Pfingsten links liegen lassen. Mal sehen wie viele Inhaber eines Tickets dann doch nicht anwesend sein werden.....Da stellt sich langsam wirklich die Seinsfrage: Solch eine teure Generalsanierung, während die Inhalte wegbrechen,....nein ich rede nicht vom KSC....Beste Grüße Jens Lowinger

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    1. Vielen Dank Herr Lowinger, sie sprechen einigen aus dem Herzen. Intendant Spuhler hat es geschafft, die starke emotionale Bindung vieler Zuschauer an die Karlsruher Oper zu kappen. Das ist auch mein primärer Vorwurf, Spuhler hat es teilweise geschafft, meine Freude am Theater zu schmälern. Die Ring-Zyklen erspare ich mir ebenfalls.

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