Mittwoch, 30. April 2014

Termine für Operngalas 2014/15

Drei Neuproduktionen und eine Wiederaufnahme (Achim Thorwalds Mozart Inszenierung) sind Bestandteil des Gala-Abos in der kommenden Saison

29.11.14 Boris Godunow
14.03.15 La Bohème
14.05.15 Parsifal
27.06.15 Cosi fan tutte

Wen man als Gala-Gäste gewinnen konnte, wird im Herbst veröffentlicht.

Montag, 28. April 2014

Wagner - Die Meistersinger von Nürnberg, 27.04.2014

Glanz und Elend des Regietheaters
Als gestern nach fast 6 Stunden gegen 23 Uhr der letzte Vorhang fiel, war der Zuschauerraum schon deutlich geleert. Der scheidende Operndirektor Joscha Schaback hatte mit dieser Inszenierung das Publikum polarisiert: wütende Buh-Rufe und begeisterte Bravos hielten sich die Waage. Es war die bisher umstrittenste Premiere der letzten drei Jahre, die neue Perspektiven eröffnete, aber dafür den Preis der teilweisen Beziehungslosigkeit zwischen Inhalt und Form zahlte. Eine reichhaltige Inszenierung mit eklatanten Defiziten. Ein durchaus sehr spannender Abend, bei dem sich aber nicht wenige nach der Lohengrin-Pleite fragten, wie erneut ein so diskutables Konzept für eine Wagner-Oper durch die internen Qualitätskontrollen der künstlerisch Verantwortlichen im Badischen Staatstheater kommen konnte. Es handelt sich um eine Inszenierung, die nicht für sich alleine sprechen kann und zu deren Vorbereitung es sich unbedingt lohnt, im Programmheft die Absichten des Regisseures (Seite 28 ff) zu lesen.

Worum geht es in dieser Neuinszenierung?
Die Meistersinger von Nürnberg ist eine Künstler-Utopie, Wagners idealistische Oper über die Sehnsucht des Künstlers, in der Mitte der Gesellschaft akzeptiert und bejubelt zu werden. Künstler als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft und damit als doppelte Bewahrer: der Tradition und des Fortschritts, der in einer massenmedial damals noch nicht erschlossenen Welt in akzeptabler Geschwindigkeit und menschlicher Dimension stattfinden sollte.
Regisseur Tobias Kratzer (der in Karlsruhe für Wallenberg bereits eine sehr gute Umsetzung fand) zeigt eine Kritik am Kunstbetrieb und an Künstlern und versucht, die Meistersinger als "immerwährend aktuelle Parabel über Pedanterie und Phantasielosigkeit, die unsere Sicht auf künstlerische Innovation hinterfragt", zu modernisieren und verlegt sie in die Jetztzeit. Er deutet sie einerseits als Oper über die schwierige Suche des Künstlers nach eigenem Stil und über den Versuch, sich gegen andere Künstler durchzusetzen, das eigene Besondere gegen das andere Besondere zu etablieren, andererseits als Kritik an tradierten Kunstvorstellungen, insbesondere als Parodie auf Wagnerianer. Beckmesser wird hier als überzeugter Wagner-Jünger gezeigt. Damit will der Regisseur laut Programmheft "den Spott, den das Stück über ihn (Beckmesser) ausschüttet, gleichsam gegen seinen eigenen Urheber" kehren. Der Nürnberger Meister und gewisse Wagnerianer haben also etwas gemeinsam: "Die Verknöcherung ist das charakteristische Merkmal".

Die zentrale Hauptfigur ist für den Regisseur Walther von Stolzing, der im Programmheft folgendermaßen gedeutet wird: "Ein heutiger Stolzing, also ein Künstler des frühen 21. Jahrhunderts, wäre eigentlich gar nicht mehr mit der Unvereinbarkeit von freiem Ausdruck und Regelpoetik befasst. Spätestens seit den Avantgarden zu Beginn oder in der Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es ja kein kanonisiertes Regelwerk mehr, gegen das man aufbegehren könnte. Wir zeigen vielmehr einen jungen Künstler, der versucht in einer Welt, in der eigentlich alles schon einmal da war und in der deshalb auch alles möglich ist, seine „eigene Stimme“ zu finden."

Dennoch kann Stolzing nicht aus den Bezügen der Tradition und Geschichte fliehen: "Stolzing irrt hier wie in einem Alptraum der Rezeptionsgeschichte durch drei Inszenierungsformen des Stückes, die wir sozusagen analog zu Wagners kompositorischen Stilmitteln einsetzen: Wir bewegen uns durch die vermeintlich authentische historische Setzung der Uraufführung, durch ein direktes Zitat aus Wieland Wagners bahnbrechenden, abstrahierenden Meistersingern von 1956 und schließlich durch eine Parodie aktualisierenden Regietheaters. Und als wäre das nicht genug, wird er auf der Festwiese auch noch mit großen Rollenvorbildern konfrontiert, die im Zeitalter allumfassender Reproduzierbarkeit ständig zum Vergleich verfügbar sind. Es wird nicht leichter für einen Stolzing von heute ..."

Ein Neubeginn auf den leeren Blättern der Ignoranz ist für den Regisseur unmöglich: "Auch wenn man einen entschiedenen Kontrapunkt setzen möchte, setzt man diesen gegen bereits Bestehendes, das immer mitgedacht wird. Tabula rasa gibt es nicht."  Ein wenig kann man dabei den Eindruck haben, daß der Regisseur auch seine eigene Not beschreibt, als Regisseur den Anforderungen seines Jobs im Lichte von Tradition und Konkurrenz noch etwas Neues abzugewinnen und der Doppelanforderung, dem Werk gerecht zu werden und dabei eine darüber hinausgehende Perspektive zu finden, zu entsprechen.

Was ist zu sehen (1)?
Der erste Akt spielt in einem Proben- und Seminarraum eines öffentlichen Kunstvereins, in der die Zunft zum Ausbildungsbetrieb für Sänger umgewandelt und der anfängliche Kirchenchor geprobt wird. Wagner zeigt ursprünglich die Vereinsmeierei seines Jahrhunderts im Gewande des Mittelalters. Die schrullige Zunft-Zusammenkunft im ersten Akt versteht man noch heute, ihr Prinzip hat Hollywood mit seinen Komödien weitergeführt, indem es 'schrullig' zum Synonym für liebenswert-komisch machte. Bei Kratzer ist das Schrullige in die Kostüme verlegt: Die Meistersinger kommen aus allen Schichten der Gesellschaft:  im Anzug, sportlich, leger und auch in Jogginghose - die Kostüme decken einen breiten Rahmen ab und doch geht bereits im ersten Akt einiges an Wärme und Humor verloren und verbreitet etwas Langeweile - der große Wurf ist hier nicht gelungen. Der zweite Akt ist teilweise historischen Vorbildern nachgeahmt und als Parodie gedacht. Das oben bereits beschriebene Bühnenbild mit den drei Stilepochen erschloss sich bei der Premiere den unvorbereiteten Zuschauern oft nicht und fügt sich nur grob in die Handlung. Die komplette Beziehungslosigkeit von Bühnengeschehen und Musik ist dann mit Beginn des Festwiesenaufzugs im 3. Akt erreicht, bei dem der Chor nicht auf der Bühne, sondern am Rand im Zuschauerraum und auf der Treppe singt. Die Festwiese ist dann als Competition und Award-Verleihung mit schickem Publikum und Live-Übertragung durch eine Kamera umgesetzt.

Der Regisseur gönnt den Meistersingern kein gutes Ende: ein mimosenhafter Stolzing, der keine Kritik verträgt, spielt beleidigte Leberwurst und lehnt die Meisterwürde ab. Der gedemütigte Beckmesser flüchtet von der Bühne und bleibt unversöhnt. Und Hans Sachs ist isoliert und alleine und singt kurzzeitig vor geschlossenem Vorhang eigenbrötlerisch seinen Monolog über deutsche Kunst (Regisseur Kratzer interpretiert es so: "Wir erleben hier einen Mann, der gerade seiner großen Liebe abgeschworen hat und sich nun vor dem „Wahn der Welt“ zurückzieht. Seine Behauptung, dass die deutsche Kunst allein echt und wahr sei, hat selbst etwas von einer Schutzbehauptung. Das können wir als Zuschauer hinterfragen, ohne es unterschreiben zu müssen."). Künstler sind also alle Sonderlinge mit wenig Sympathiefaktor ....?!?

Was ist zu sehen (2)
Schwachpunkt der Inszenierung ist die platte Personencharakterisierung. Beim Versuch, das Allgemeine der Kunstwelt zu zeigen, geht das Individuelle der Figuren verloren. Stolzing beginnt als Stühle werfender Choleriker beim Vorsingen, bevor er als wehleidiger und schnell verzagender Jammerlappen zu Beginn des zweiten Akts ständig auf die Knie sinkt und die Hände vors Gesicht schlägt. Im dritten Akt ist er erst eifersüchtig, dann nervös und letztendlich ohne Ambition - eine seltsam  wehleidige Zeichnung.
Sachs bleibt blaß. Wagner zeigt ein Außen- und ein Innenbild: der bürgernahe Schuster und Held der Festwiese wird kontrastiert durch den nachdenklichen verzichtenden Verlierer. In dieser Inszenierung gewinnt er allerdings nur grobe Konturen und bleibt relativ sympathielos.
Der Besserwisser Beckmesser versagt in den Meistersingern an der künstlerischen Praxis: er scheitert als Autor an mangelnder Kreativität, als Plagiator an mangelnder Interpretationskompetenz und als Sänger an Souveränität. Beckmesser begann bei Wagner als eine Karikatur auf ein historisches Vorbild. Doch schon früh in der Inszenierungsgeschichte (schon bei Cosima / Bayreuth 1888) ging es auch um den tragischen Effekt dieser Figur. Ihr nicht die Würde zu nehmen, und doch den "normalen" Spießer oder den unglücklich Liebenden zu zeigen, ist eine große Herausforderung. In Karlsruhe konzentriert man sich leider ganz auf die Parodie als lächerliche Figur, der sein Spießer-Mantra 'So wie ich bin, bin ich schon okay' lebt.
Alle anderen Figuren gewinnen keine bemerkenswerte Dimension.

Auch als Komödie sind diese Meistersinger diskutabel: aufgrund der schwachen Personenzeichnung, lässt sich nur wenig Humorvolles aus den Typen ziehen. Der Regisseur verlegt sich auf Klamauk (Richard Wagner tritt bspw. auf  und legt Beckmesser übers Knie) und rutscht damit am Ende buchstäblich unter die Gürtellinie. Der Inszenierung fehlt die Lässigkeit und Lockerheit. Der Ruhm der letzten, genauen und unbefangenen Karlsruher Inszenierung von Hans Neugebauer in der Spielzeit 1991/92 bestand genau darin.

Was ist zu hören?
Ein Opernexperte schrieb einst, daß mit den Meistersingern musikalisch "ein Werk geschaffen wurde, das der Baum von Jahrhunderten geworden ist". Justin Brown bringt den unglaublichen musikalischen Reichtum der Meistersinger grandios zum Klingen: Ouvertüre, Kirchenchor, Lehrjungen, Zunft-Förmlichkeit und Freiung, Fliederbaum und Ständchen, Nachtwächter, Pantomime, Quintett, Zunftaufzug, Parodie, Preislied, Chöre und Jubel ... Uff! So viele große Momente und Justin Brown leitet die Badische Staatskapelle umsichtig durch die Klangmassen und verdichtet diese so reiche Partitur immer wieder zu großartigen Spannungspunkten. Vom Höreindruck kann man sich begeistern lassen. Gelegentlich legt der Dirigent ein etwas zu rasches Tempo vor, dem die Sänger nur mit voller Konzentration und Kraft folgen können - die Textverständlichkeit litt darunter.
Hervorragend war auch -wie immer möchte man fast schon sagen- der Chor von Ulrich Wagner vorbereitet.

Bei den Sängern ist noch nicht alles Gold, was glänzt, doch bei einer sängerisch sehr guten Meistersinger-Premiere verdienen sich alle ein Bravo, auch wenn gelegentlich die Kräfte schwanden.  Der Star des Abends war Armin Kolarczyk, der szenisch sowohl sängerisch als auch als Darsteller die größte Präsenz zeigte. Renatus Meszar litt bei seinem Rollendebut als Hans Sachs darunter, daß der Regie wenig für ihn ein einfiel. Beispielsweise zu Beginn des dritten Akts (bei dem die Badische Staatskapelle wunderschön spielte) ist die Figur des Sachs immer noch zu blaß, als daß man die Figur mit der Musik in Verbindung bringen kann. Doch auch schon im ersten Akt verweist Beckmesser Sachs nicht nur szenisch auf die Ränge. Walther von Stolzing ist bei Daniel Kirch bestens aufgehoben, auch wenn er etwas müde wirkte, die Eva von Rachel Nicholls und Eleazar Rodriguez David bekam viele Bravos. Eine ideale Gast-Besetzung fand man auch für Veit Pogner: Guido Jentjens (Karlsruher Ensemblemitglied von 1993 bis 2002) erinnerte an "gute alte Zeiten". An alle nach einem langen Abend: Bravo!

Fazit: Viel jubel und starker Applaus für Sänger, Chor und Orchester. An der einfallsreichen Regie scheiden sich die Geister, denn sie wird sich vielen nicht auf Anhieb erschließen und greift sehr stark in das Geschehen ein. Aber als Regisseur sollte man nicht nur für Experten und Kritiker inszenieren, also nicht für sich selber und das eigene Prestige, sondern vorrangig für ein Publikum, das nicht mit dem Wissen um 150 Jahre Inszenierungsgeschichte in die Vorstellung kommt, sondern oft einen Stoff kennenlernen oder ein beliebtes Werk akustisch und optisch genießen möchte.

PS: Viel Publikum verschwand schnell. Aber das kann auch damit zusammenhängen, daß die Premiere zuschauerfeindlich an einem Sonntagabend stattfand. Wer Montagmorgens früh arbeitend in die neue Woche startet, leidet doppelt: weder startet man frisch noch kann man die Eindrücke nachwirken lassen. So beginnt der Montag in zweifacher Hinsicht unkonzentriert. Also bitte, liebes Badisches Staatstheater: keine Premieren am Sonntag!

NACHTRAG (29.04.2014): Übrigens: die Ratte, die im 2. Akt kurz auf die Bühne läuft, ist eine Anspielung auf Hans Neuenfels' berüchtigte Inszenierung des Lohengrins in Bayreuth von 2010. Ein Gag, den nur wenige einordnen können und der zeigt, daß Zitate nur dann angebracht sind, wenn sie die Nichtkundigen nicht verwirren und ratlos zurück lassen.

Besetzung und Team
Hans Sachs: Renatus Meszar
Veit Pogner: Guido Jentjens
Kunz Vogelgesang: Max Friedrich Schäffer
Konrad Nachtigall: Andrew Finden
Sixtus Beckmesser: Armin Kolarczyk
Fritz Kothner: Lucas Harbour
Balthasar Zorn: Nando Zickgraf
Ulrich Eißlinger: Klaus Schneider
Augustin Moser: Hans-Jörg Weinschenk
Herman Ortel: Yang Xu
Hans Schwarz: Luiz Molz
Hans Foltz: Avtandil Kaspeli
Walther von Stolzing: Daniel Kirch
David: Eleazar Rodriguez
Eva: Rachel Nicholls
Magdalene: Stefanie Schaefer
Ein Nachtwächter: Seung-Gi Jung

Musikalische Leitung: Justin Brown

Regie: Tobias Kratzer
Ausstattung: Rainer Sellmaier

Donnerstag, 10. April 2014

Neuer Operndirektor in Karlsruhe wird Michael Fichtenholz

Neuer Operndirektor in Karlsruhe und Leiter der Händel Festspiele ab der Spielzeit 2014/15 wird Michael Fichtenholz. Seine Handschrift wird sich aber erst in den später folgenden Spielzeiten zeigen können.
Mehr dazu findet sich inzwischen hier: http://www.staatstheater.karlsruhe.de/aktuell/news_id/433/

Neuer Chefdramaturg wird Carsten Jenss. Mehr dazu hier: http://www.staatstheater.karlsruhe.de/aktuell/news_id/434/

Und es gibt auch einige neue feste Ensemble-Mitglieder, vor allem im Schauspiel und darunter auch ein prominenter Rückkehrer: Jannek Petri.
Oper: Dilara Baştar, Agnieszka Tomaszewska
Schauspiel: Veronika Bachfischer, Annette Büschelberger, Jonathan Bruckmeier, Maximilian Grünewald, Jannek Petri, Luis Antonio Quintana, Johannes Schumacher, Ralf Wegner

Vorschau 2014/2015 des Badischen Staatstheaters

Die ersten Infos zur kommenden Spielzeit sind da. (Vielen Dank für den anonymen Hinweis hierzu :-) Highlight: fast schon sensationell - man bringt John Crankos Ballett Der Widerspenstigen Zähmung! Ich hätte nicht gedacht, daß Stuttgart das in Karlsruhe freigibt.
ABER: KEINE RICHARD STRAUSS Premiere im Strauss-Gedenkjahr in der Oper????? Was ist denn da schief gelaufen???? Nur der Rosenkavalier wird noch mal vorgeholt. Ach je.......

PREMIEREN


BALLETT


DER WIDERSPENSTIGEN ZÄHMUNG
von John Cranko
nach der Komödie von William Shakespeare
MUSIK Kurt-Heinz Stolze (nach Domenico Scarlatti)
MUSIKALISCHE LEITUNG Steven Moore
INSZENIERUNG & CHOREOGRAFIE John Cranko
EINSTUDIERUNG Jane Bourne
BÜHNE & KOSTÜME Elisabeth Dalton
15.11.14

DER PROZESS
von Davide Bombana nach dem Roman von Franz Kafka
BALLETT URAUFFÜHRUNG
MUSIK Walter Fähndrich, Leoš Janáček, Hans Krása, Pavel Haas u. a.
CHOREOGRAFIE Davide Bombana
BÜHNE & KOSTÜME rosalie
25.4.15


OPER


DIE VERLOBUNG IM TRAUM
von Hans Krása
Deutsche Erstaufführung
MUSIKALISCHE LEITUNG Justin Brown
REGIE Ingo Kerkhof BÜHNE Dirk Becker KOSTÜME Inge Medert
18.10.14
 
FANTASIO
Komische Oper von Jacques Offenbach
Szenische Uraufführung der kritischen Neuausgabe
MUSIKALISCHE LEITUNG Andreas Schüller
REGIE Bernd Mottl BÜHNE Friedrich Eggert KOSTÜME Alfred Mayerhofer
CHOREOGRAFIE Otto Pichler
13.12.14
   
LA BOHÈME
von Giacomo Puccini
MUSIKALISCHE LEITUNG Johannes Willig
REGIE Anna Bergmann BÜHNE Ben Baur KOSTÜME Claudia González Espíndola
24.1.15

TESEO
von Georg Friedrich Händel
Internationale HÄNDEL-FESTSPIELE 2015
MUSIKALISCHE LEITUNG Michael Form
REGIE & AUSSTATTUNG Nico and the Navigators
20.2.15

PARSIFAL
Ein Bühnenweihfestspiel von Richard Wagner
MUSIKALISCHE LEITUNG Justin Brown
REGIE Keith Warner BÜHNE Tilo Steffens KOSTÜME Julia Müer
29.3.15

IPHIGENIE AUF TAURIS
von Christoph Willibald Gluck
MUSIKALISCHE LEITUNG Christoph Gedschold
REGIE Arila Siegert BÜHNE Thilo Reuther KOSTÜME Marie-Luise Strandt
13.6.15

FALSTAFF
Lyrische Komödie von Giuseppe Verdi
MUSIKALISCHE LEITUNG Justin Brown
REGIE Jacopo Spirei BÜHNE Nikolaus Webern KOSTÜME Sarah Rolke
12.7.15
 
 
SCHAUPSPIEL

  
DAS GLASPERLENSPIEL

nach dem Roman von Hermann Hesse
REGIE Martin Nimz BÜHNE Sebastian Hannak KOSTÜME Ricarda Knödler
21.9.14 KLEINES HAUS
  
DAS INTERVIEW
von Theo van Gogh
REGIE Dominique Schnizer BÜHNE & KOSTÜME Christin Treunert
GIFT
von Lot Vekemans
REGIE  Marlene Anna Schäfer BÜHNE & KOSTÜME Christin Treunert
23.11.14 STUDIO

SCHATTEN (EURYDIKE SAGT)
von Elfriede Jelinek
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG
REGIE Jan-Philipp Gloger
BÜHNE & KOSTÜME Marie Roth
27.11.14 KLEINES HAUS
  
DIE RÄUBER
von Friedrich Schiller
REGIE Mina Salehpour BÜHNE Jorge Enrique Caro KOSTÜME Maria Anderski
17.1.15 KLEINE S HAUS
 
DU SOLLST DEN WALD NICHT VOR DEM HASEN LOBEN
von Jörn Klare
URAUFFÜHRUNG
REGIE Katrin Plötner BÜHNE & KOSTÜME Martin Miotk
28.1.15 STUDIO
 
DREI SCHWESTERN
Komödie von Anton Tschechow
REGIE Anna Bergmann BÜHNE Janina Audick KOSTÜME Lane Schäfer
20.3.15 KLEINES HAUS
 
HEIDEGGERS HEFTE
nach den Überlegungen II – XV von Martin Heidegger
URAUFFÜHRUNG 
März 15 STUDIO

TOD UND AUFERSTEHUNG DER WELT MEINER ELTERN IN MIR
von Nis-Momme Stockmann
REGIE Simone Blattner BÜHNE Alain Rappaport KOSTÜME Sabin Fleck
21.5.15 KLEINES HAUS

ZUHAUSE
Tragikomische Monologe von Ingrid Lausund
REGIE Florian Hert
Mai 2015

WIEDERAUFNAHMEN

OPER
BORIS GODUNOW Musikalisches Volksdrama von Modest Mussorgsky
COSÌ FAN TUTTE Opera buffa von Wolfgang Amadeus Mozart
DAS KIND UND DIE ZAUBERDINGE / DIE NACHTIGALL Kurzopern von Maurice Ravel und Igor Strawinsky
DER ROSENKAVALIER Komödie für Musik von Richard Strauss
DIE FLEDERMAUS Operette von Johann Strauß
DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG von Richard Wagner
DIE ZAUBERFLÖTE Deutsche Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
EIN MASKENBALL von Giuseppe Verdi
HÄNSEL UND GRETEL Märchenspiel von Engelbert Humperdinck
LA TRAVIATA von Giuseppe Verdi
RICCARDO PRIMO von Georg Friedrich Händel
TOSCA Musikdrama von Giacomo Puccini

BALLETT
DER NUSSKNACKER
DORNRÖSCHEN – DIE LETZTE ZARENTOCHTER
GISELLE
MYTHOS

Mittwoch, 9. April 2014

Spuhler bleibt bis 2021 Intendant in Karlsruhe

Nicht jeder wird sich nach den durchwachsenen Anfangsjahren darüber freuen, aber Stadt und Land entschieden sich für frühzeitige Planungssicherheit und haben den Vertrag mit Peter Spuhler sogar gleich um fünf Jahre bis 2021 verlängert.

Tja, es war damit zu rechnen, daß der sanierungserfahrene Spuhler das Bauvorhaben bis zum Ende begleitet. Dennoch ein etwas trauriger Tag für all jene Zuschauer, die in den letzten 2,5 Jahren künstlerisch wenig glücklich in Karlsruhe waren und Asyl in den Theatern von Baden-Baden, Stuttgart und Frankfurt (etc.) suchen mußten. Man kann gespannt sein, wer neuer Operndirektor wird und ob es dem Team Spuhler/Linders gelingt, nun ohne Druck mehr Qualität auf die Bühne zu bringen. Vielleicht ist das ja für die jetzige Intendanz die Chance, sich in den kommenden Jahren weniger um die eigene Selbstdarstellung und mehr um die künstlerische Profilierung des Badischen Staatstheaters zu kümmern.
     
PS: Kommentare sind vorerst nicht möglich. Ich glaube, daß sich zu viele von der langen Verlängerung und bisherigen Intendanzzeit Spuhlers enttäuschte Zuschauer zu heftig über diese Entscheidung von Stadt und Land äußern werden.

Dienstag, 1. April 2014

6. Symphoniekonzert, 31.03.2014

Harfenklänge, Frühling und Natur - das sechste Symphoniekonzert hatte jahreszeitlichen Bezug und passte gut zum frühen Frühling 2014.

Der jung verstorbene japanische Komponist Toru Takemitsu (*1930 †1996) hat viel Filmmusik komponiert und europäische und asiatische Einflüsse in seinen Werken kombiniert. Spirit Garden soll durch japanische Gartenkunst inspiriert sein: eine Meditation über stilisierte Natur - die an diesem Abend aber wenig reizvoll erklang und schnell aus der Erinnerung verschwand. Zu hören war etwas namenlos Mysteriöses, das sich nicht richtig entfaltete und evtl. nur im Kontext seiner Filmmusikkarriere interessant ist. Ungewöhnlich wenig Applaus für diese schwunglose Musik und die anschließende große Umbauphase schien einigen interessanter als der Spirit Garden.

Die französische Komponistin Germaine Tailleferre (*1892 †1983) ist heute praktisch unbekannt. Ihr Concertino für Harfe und Orchester aus dem Jahr 1928 allerdings eine schöne Entdeckung und auf sympathische Weise gefällig: ein nachdenklicher Mittelsatz wird kontrastiert durch fluffig-lockere Ecksätze - Viel Applaus für Harfenistin Bridget Kibbey und die Musiker.

Das zweite Harfenkonzert des Abends war eine europäische Erstaufführung und ein deutsch-amerikanisches Auftragswerk der Badischen Staatskapelle, des Alabama Symphony Orchestra, des San Jose Chamber Orchestra, des Metropolis Ensemble New York und der Phillips Collection of Arts an die junge Komponistin Vivian Fung, die eine große Leistungsschau der Harfenmusik komponiert hat: ungewöhnlich abwechslungs- und farbenreich, technisch schwierig und virtuos mit verschiedensten Artikulationstechniken. Sehr originell und zum Zuschauen und zum Zuhören ein schönes Konzerterlebnis. Man verstand, warum der Karlsruher GMD Justin Brown die kanadische Komponistin unterstützt. Man kann gespannt sein, ob man zukünftig in Karlsruhe auch noch weitere Kompositionen von Fung hören wird.
Die amerikanische Harfenistin Bridget Kibbey, mit deren Hilfe Fung das Konzert auch konzipierte, erspielte sich mit beiden Konzerten die Ovationen des Publikums. Schade, daß es für Harfe so wenig Konzerte gibt; Fung hat einen neuen Standard mit ihrem Werk hinzugefügt, Kibbey meisterte dessen Herausforderung mit klangsinnlicher Souveränität.

Nach der Pause dann Robert Schumanns erste Symphonie, die sogenannte Frühlingssymphonie. Die Uraufführung im Jahr 1841 benötigte 49 Musiker, Johannes Willig, der im Programmheft interessante Informationen zu Schumann gibt, dirigierte "historisch": erste und zweite Geigen saßen sich gegenüber und es wurden ventil- und klappenlose Naturhörner eingesetzt und mit 56 Musikern gelang ihm eine mitreißende Interpretation: zupackend, frisch und vorbildlich gespielt und dirigiert. Bravo!